Alles begann mit einer verrückten Frage:

Wie weit kann man kommen, wenn man sich von einer Idee treiben lässt? 

Und nun liegt da diese Karte vor uns auf dem Tisch. Eine dünne Linie schlängelt sich bis zum nördlichsten Punkt Europas...

Packliste

Diese Packliste ist über zwei Jahre hinweg gewachsen. Nach jeder Tour wurde etwas ergänzt, ausgetauscht oder aussortiert. Mittlerweile hat sie einen Stand erreicht, mit dem ich sehr zufrieden bin. 
 Auf unserer letzten Tour hat mir nichts gefehlt – und gleichzeitig gab es nichts, das ich umsonst mitgeschleppt hatte. Für mich ist diese Packliste deshalb nahezu perfekt. 
Ob sie auch für dich passt, musst du natürlich selbst ent-scheiden. Jeder reist anders, hat andere Gewohnheiten und setzt unterschiedliche Prioritäten. 
Als Frau packe ich z. Bsp. entsprechende Hygieneartikel ein. 
Umgekehrt stehen bei dir vielleicht Dinge auf der Liste, die ich nicht benötige – vom Rasierer bis zum Bartöl oder anderen persönlichen Kleinigkeiten. 
Betrachte diese Packliste deshalb nicht als starre Vorgabe, sondern als Grundlage. Nutze sie als Rohfassung, probiere aus, passe an und entwickle daraus nach und nach deine ganz persönliche Packliste. Genau so ist schließlich auch meine entstanden. 

Meine 

Packliste


(Zu allem mit Sternchen (*) gibt es unten ausführliche Ausführungen/Erklärungen)

Packliste

-Fahrrad*

Schlafen

-Zelt *

-Schlafsack *

-Isomatte *

-Schlafmaske (weiße Nächte)

Warum kein Kissen?
Ich habe es vorgezogen einen Rucksack/Beutel/Tasche mit Kleidung gefüllt als Kissen zu benutzen. Das spart Stauraum und ist immer dabei.

Kleidung

- 1x Jacke (auf der Anreise       angezogen)
-2x Langarmshirt (1x normal, 1x Merino) *
-2 Slips (einen auf der Anreise angezogen)-
-2 BHs  (einen auf der Anreise angezogen)
-1x Armlinge *
-Strümpfe: 1x Zegensocken, 1x Kniestrümpfe, 1x Thermosocken für die Nacht
(1x auf der Anreise angezogen)-
-1x Barfußschuhe (Zehenschuhe) *
--1x Turnschuhe (auf der Anreise angezogen)
-2 kurze Radtrikots (eins auf der Anreise angezogen)
-1 kurzes Baumwollshirt (für die Nacht)
--2x Radhose kurz *
-1 Sportleggins lang (auf der Anreise angezogen)
-1x Badeanzug-
-Schlauchschal, dünne Handschuhe, dünne Helmmütze *
-Regensachen (Poncho) *

Hygiene

-Zahnputzzeug (Zahnbürste und Zahnputztabletten *

-Allzweckseife (Haut, Haare, Wäsche) *

-Monatshygiene

-Nagelschere und kl. Feile

--Haarbürste + Haargummis und Haarspangen

-Waschlappen

-Deo (fest)

-Poschutzcreme *

-Handtuch *

1. Hilfe

-Pflaster, Binden, Kompressen (oder klassisches Reise-1.Hilfe-Set)

-Schmerztabletten

-Kinesiotape *

-Magnesium, Eisen und B12

--Sonnencreme und Aftersun-Lotion

--Mückenspray und Mückenstichheiler *

-Massageball *

-Ringelblumensalbe

Werkzeug

-Multitool+die am häufigsten Werkzeuge doppelt *
-Reifenheber (Metall UND Plastik) *
-Luftpumpe manuell (mini)
-Luftpumpe elektrisch (optional) *
-2 Ersatzschläuche
-Flickzeug
-Kabelbinder
--Öl
-alte Zahnbürste *
-Gummihandschuhe, Feuchttücher *
-Bremsensicherung *

Technik

-Handy

-2 Powerbanks

-2 Stecker / 2 Kabel *

-Kopfhörer

-Luftpumpe (optional)

-Action-Cam

-Fahrradcomputer

-Uhr

Persönliches/Wertsachen

-Ausweis

-Reisepass

-Geld / Bankkarte

-Krankenkassenkarte

-Adfc-Ausweis

-Schlüssel, Fahrradschlüssel *

Sonstiges

-Wasserfilter *
-1-2 Trinkflaschen
-Kocher, Kartuschen*
-Geschirr, Besteck *
-Dosenöffner
Feuerzeug (doppelt) *
-Minirucksack *
-Müllbeutel (2 Größen) *
-Klopapier *
-Fahrradschloss *
-Helm
-Fahrradbrille *-
-Schnüre, Gummibänder, Karabiner zum Befestigen von Allerlei *
-Kaffeetütchen, Teebeutel *
-Notizbuch, Füller/Kuli *


Handgepäck Heimreise

-Geldbörse

Wichtige Notizen und Telefonnummern

*Notrufnummern

Krankenwagen? Polizei? Feuerwehr?
Besonders in einem Notfall ist es günstig nicht ers googeln zu müssen.
Such dir rechtzeitig diverse Notrufnummern zusammen.
Schweden, Finnland haben eine Notrufnummer für alle: 112

Norwegen:
Polizei: 112
Rettungsdienst: 113

nächstgelegene Notfallzentrale zu erfragen unter: 116 und 117

Bank

Plötzlich ist die Karte weg.
Kann ganz schnell passieren. Oder das Konto ist unerwartet gesperrt.
Gut, wenn man dann direkt mal da anrufen kann.

Fahrradversicherung / adfc

Ich wünsche euch, dass ihr nie in so eine Situation kommt. Aber ganz schnell ist mal das Fahhrad weg oder durch einen Unfall unbrauhbar. 


Krankenversicherung

Schließt eine Auslandkrankenversicherung ab und habt die Daten und entsprechende Telefonnummern zur Hand.


persönliche Kontakte

Familie, Freunde, Personen zu denen ihr Kontakt habt, die diese Tour schon mal gemacht haben, Personen die die jeweilige Fremdsprache sprechen, Organisationstalente
Ich hatte bei Problemen nicht wenig Kontak zu Personen, die diese Tour schon gemacht hatten. Und es war wirklich oft eine wahnsinnig große Hilfe. Unser Organisationstalent suchte von Deutschland aus nach passenden Unterkünften, wärend wir uns 4 Tage lang durch ununterbrochenen Platzregen kämpften und es uns somit kaum möglich war das Handy rauszuholen. 
Euer Netzwerk kann euch unglaublich den Rücken frei halten.


Fahrraddaten

Ich persönlich merke mir das nicht. Bestelle ich einen Schlauch schaue ich auf den Alten. Ist darauf nichts mehr zu erkennen, wird es schwierig. Und dann macht ein Zettelchen mit solchen Daten durchaus Sinn.


Warum meine Packliste genau so ist wie sie ist.

Meine Packliste ist eine LowBudget-Packliste. 
So günstig, dass es noch gut machbar ist, damit ans Nordkap zu fahren, aber ohne dafür Unmengen an Geld auszugeben. 
Mit etwas mehr Geld kommt man recht wahrscheinlich komfortabler da rauf. 
Aber es fehlt mir an nichts und das eine oder andere Teil war tatsächlich auch etwas teurer. Es muss wirklich nicht immer das teuerste sein...aber man darf auch nicht am falschen Ende sparen. 

Zelt, Isomatte und einen einfachen Schlafsack bekomme ich für unter 130,-Euro. 
Ich habe dafür 320,-Euro ausgegeben. Bei Decathlon mit toller Beratung durch einen Bekannten, der dort arbeitet und regelmäßig Bikepacking-Touren unternimmt. 
So war es immer noch günstig und doch qualitativ genau das was ich brauche und in Packmaß und Gewicht für unsere Zwecke ausreichend.

In Sachen Gewicht komme ich nicht unter 15kg. Für uns ist das auch völlig in Ordnung. Ich hab alles dabei, was mir wichtig ist.
Gewichtsersparnis und auch Ersparnis am Volumen gehen schnell ins Geld. Zwischen Packlisten von 5-45kg fühle ich mich mit meinem 15kg-Kompromiss sehr wohl.

Schlafen

Zelt:
Ich benutze das Trek MT900 Bikepacking-Zelt von  Decathlon, und es hat mich bisher nicht enttäuscht. Es passt mit seinem Packmaß von 39x11x10cm und 1,3kg perfekt in unser Gepäck.

Schlafsack:
Hier war mir wichtig, dass ich nicht friere. Während im Sommer in Schweden der Süden noch recht warm ist, wird es über dem Polarkreis schnell mal empfindlich kalt. Ich rechne dort mit etwa 10°C und so ist mein ... von Decathlon, auf 10°C ausgelegt. Im Süden schlafe ich so auch mal ohne Schlafsack und im Norden bekommt das MerinoShirt seinen großen Auftritt.

Isomatte:
Die MT500XL195 passt perfekt ins Zelt, lässt sich in kürzester Zeit mittels Blasesack aufblasen und erfüllt genau ihren Zweck.

Somit ist das Schlaf-Setup perfekt aufeinander abgestimmt und sorgt für erholsame Nächte zwischen den Radl-Etappen(Packmaß  xxx und 0,75kg)

Werkzeug

Multitool

Reifenheber

elektische Luftpumpe

alte Zahnbürste

Feuchttücher, Gummihandschuhe

Bremsensicherung






Technik

genug Kabel und Stecker


Kleidung

Merino-Shirt
Dieses Material riecht nicht so schnell, hält auch in feuchtem Zustand noch gut warm und hilft dir durch kühle Nächte und regnerische Etappen

Armlinge
Morgens übergezogen machen sie die morgendliche Kühle angenehmer und es entfällt das zeitraubende Umziehen, wenn es wärmer wird. Einfach die Armlinge ausziehen und in die Hosentasche. Geht im Zweifel sogar während der Fahrt.

Zehenschuhe
Die habe ich halt schon da. Und weil die sehr flach und biegsam sind nehme ich die gern als zweites Paar Schuhe mit.  Badeschlappen tun es aber ebenso.
Fährst du mit Radschuhen ist ein zweites Paar Schuhe wirklich ratsam. Ich fahre mit Turnschuhen, weiß es aber auch zu schätzen noch trockene Ersatzschuhe dabei zu haben.

Radlhose
Keine Experimente! Nimm die Radhosen mit, die sich bei dir im Alltag bewährt habemn. Fährst du, wie wir, zum ersten Mal mit Radhosen, dann teste dich Wochen/Monate vorher gründlich durch.
Bei mir funktionieren die günstigen Ugly-Frog-Hosen von Amazon recht gut. Die sind aber nicht so wirklich langlebig. Im Sale hab ich mir dann später noch eine von Siroko gegönnt. Die fühlt sich anders aber für meinen Hintern nicht zwingend besser an. Scheint aber deutlich länger durchzuhalten.

Helmmütze, dünne Handschuhe, Schlauchschal:

Es geht ans Nordkap. Dort oben ist es kalt und windig. Ja, im Sommer werden es dort auch mal 15-20°C ...aber oft herrschen dort auch regnerische 3-7°C. Hab also unbedingt etwas wärmendes dabei. Auch der Nordkaptunnel ist mächtig frisch.

Regenkleidung
Ich pendel. Und das immer mit meinem Regenponcho von Decathlon. Im günstigen Bereich wird man von außen nicht nass, schmort aber von innen im eigenen Saft. Teurere Rehgenjacken sind atmungsaktiver, können dann aber nicht ganz wasserdicht sein. Nasse Beine sind mir oft egal. Da reicht mir was der Poncho abdeckt. Und Schuhe trocknen im Fahrtwind überraschend schnell.

Es ist auf jeden Fall ein schwieriges Thema, zu dem es mal noch einen extra Artikel geben wird.

Hygiene und 1.Hilfe

Zahnputztabletten:
Natürlich geht auch Zahncreme in der Tube.Ich mag es einen Artikel in verschiedenen Taschen verstauen zu können. Wo halt gerade Platz ist. In Drogerien gibt es oft auch Probepackungen. Je nach Länge deiner Tour und nach deinem Verbrauch, kann das auch ausreichen

Seife:
Ich nutze schon länger die Duschbrocken. Damit kann man Haut, Haare und sogar die Wäsche waschen. Biologisch abbaubar finde ich die perfekt auf Touren.

Handtuch:
Ein Mikrofaserhandtuch lässt sich super klein zusammenfalten, trocknet gut ab und trocknet auch selbst sehr schnell. Das von Decathon gibt es vielen Farben. Das ganz Große nutze ich für mich un ddas Kleinste um morgens mal den Tau vom Zelt und/oder Fahrrad zu wischen.

Poschutzcreme:
Auch hier gilt vorher ausprobieren! Dem einen reicht das simple Ringelblumenmelkfett, der andere braucht was Spezielleres. 
Auch hier, wird es einen gesonderten Beitrag geben.

Kinesiotape

Massageball


Handgepäck

Für deine Heimreise...

Persönliches/Sonstiges


Fahrradschlüssel

Wasserfilter

Kocher, Kartuschen

Geschirr, Besteck




Feuerzeug

Mülltüten

Minirucksack

Klopapier




Schloss

Fahrradbrille

Schnüre Karabiener

Notizbuch und Stift

Kaffee/Tee

Vom richtigen Zeitpunkt

Beim Nordkap finde ich den Zeitpunkt entscheidend...besonders, wenn du noch keine/wenig Erfahrung hast.
Mit einer geschlossenen Schneedecke muss man dort ab Oktober und bis weit in den Mai hinein rechnen. In Juni und September ist unbedingt noch/schon mit Schneeschauern zu rechnen, und den dazugehörigen Temperaturen (nachts durchaus auch mal noch im zweistelligen Minusbereich).
Bleiben eigentlich nur Juli und August.
Wir rechnen mit durchschnittlich 100km am Tag und planen somit 4 Wochen ein.
Wir starten im Juli
(
8-12°C ...vielleicht auch mal 15°C...und oft windig, neblig und regnerisch)
und kommen dort oben Ende Juli an.
Der August hat sehr ähnliches Wetter
(9-13°C... windig, neblig und regnerisch...wobei Ende des Monats schon tatsächlich auch mit Schnee gerechnet werden muss).