Tagestouren

Abenteuer beginnen nicht am Ende der Welt. 
 Manchmal beginnen sie hinter der nächsten Abzweigung. 
 Für Menschen mit Fernweh, Freude am Entdecken und einem Budget, das 
 lieber in Erlebnisse als in Ausrüstung investiert wird.

Wasserstraßenkreuz

Start unserer Radtour ist der Bahnhof Gerwisch. 
Wir fahren die 170m runter zur August-Bebel-Straße und halten uns dann rechts und radeln unter Bäumen und an kleinen gepflegten Hecken 1,2km zum Ortsausgang von Gerwisch. Hier wartet samstags und sonntags ein stärkendes Frühstück unter einem nostalgischen Leuchtturm auf uns. 
Bei Hochwasser könnte man hier fast Meerweh bekommen.  (Aber dann sind die Radwege hier nicht efahrbar.)

Nach unserer Stärkung geht es weiter nach rechts, am Reitstall entlang. 
Wir folgen einfach dem angenehm zu fahrenden Plattenweg bis zur Gabelung. Hier entscheiden wir uns für etwas unwegsame 250m. Mit nur wenig Slalomfahrt ist diese kleine Passage aber schnell erledigt. Danach geht es auf einem tollen Plattenweg wieder weiter Richtung Elberadweg, den wir nach 750m dann auch erreichen. Mit einem schweifenden Blick über die Wiesen und Felder, rüber nach Magdeburg, befahren wir den glatt asphaltierten Radweg nach rechts in Richtung Norden. Während die Fahrradreifen nun so dahin rauschen, genießen wir die Natur recht und links des Weges. Mit etwas Glück begegnen uns auf unserem Weg neben Reh, Feldhase und Fuchs auch Fischadler, Eisvogel oder Waschbären. 
Vorbei an einem verträumten See und an auf der Weide spielenden Pferden überqueren wir eine kleine Brücke und biegen gleich, dahinter links ab. Die kleine Rastmöglichkeit nun rechts von uns ignorieren wir, denn  nur 500m weiter gibt es eine niedliche Schutzhütte, die vor Regen/Sonne schützt und einen herrlichen Blick auf die sich schlängelnde Elbe für uns bereit hält. 
Hier lässt es sich aushalten und so genehmigen wir uns eine kleine Pause. 
In einem der toten Bäume, die du von hier aus siehst, sitzt auch regelmäßig ein Fischadler.  Vielleicht hast du ja Glück. 
Nach unserer Pause geht es weiter durch das Tor mit der Aufschrift „Willkommen in Hohenwarthe““. 
Dort gabelt sich der Weg. Wir bleiben unbedingt an dem unteren, der Elbe näher liegendem Weg. Hier fahren wir die nächsten 2,5k.m auf einen kleinen verwunschenem Abschnitt des Elberadweges. Es ist schattig und immer wieder lässt die Vegetation uns einen Blick auf die parallel verlaufende Elbe erhaschen. 
Über kleine niedliche Brücken, vorbei an der kleinen Weinbergsquelle und unter der A2 hindurch nähern wir uns so stetig der Trogbrücke. 
Schon bald können wir sie das erste Mal sehen und von nun an radeln wir mit Blick auf dieses beeindruckende Bauwerk um dann darunter durch zu fahren. 
Es fühlt sich merkwürdig an, gerade 150 000 t Wasser und Stahl über unseren Köpfen zu haben. Hier wird es wohl wieder Zeit inne zu halten, Fotos zu machen und zu staunen. 
Weiter geht es nun auf der Nordseite der Trogbrücke. Das heißt, wir fahren einmal darunter durch und folgen dann der Straße. Vorsicht: hier fahren (wenn auch nur vereinzelt) Autos und man wird erst spät gesehen.
Wir haben nun zwei Möglichkeiten: 
Entweder nehmen wir schon hier die Treppe (mit Rampe für unsere Fahrräder), hoch zum Kanal und fahren 2km Schotterweg. 
Oder wir fahren die parallel verlaufende Asphaltstraße und wechseln erst kurz vor der Doppelsparschleuse, nach 1,5km an den Kanal rauf. Beide Wege haben ihren Reiz. 
Während man am Kanal oben schon einen ersten Blick auf die Trogbrücke werfen und die Schiffe auf dem Kanal beobachten kann, fährt man unten  auf einer ruhigen Straße an einem schönen Wald und einem See entlang. 
Am Kanal entlang geht es auf dem Rückweg aber auch gut asphaltiert auf der anderen Seite. Wir verpassen also erstmal nichts. 
Nach 1,5km müssen wir also von der Asphaltstraße per Treppe (mit Rampe für unsere Fahrräder) an den Kanal hoch wechseln. Nun sind es nur noch 500m Schotterweg, bevor wir mit Blick auf die Doppelsparschleuse auf schöner zu fahrende Knochensteine wechseln. 
500m weiter erreichen wir die Nordseite der Doppelsparschleuse. 
Es lässt sich nicht vorhersehen, in welche Kammer das nächste Schiffe/die nächsten Schiffe fahren. Haben wir also auf dem Weg hierher Schiffe überholt könnten diese nun in die Kammer auf unserer Seite einfahren, oder auch auf der anderen Seite. Man kann von der jeweiligen Seite nicht ins gegenüberliegende Becken schauen. Jedoch ist ein Indiz, wenn sich mehrere Personen zum Schauen versammeln. Auch machen die Rückhaltebecken Geräusche.  
Sieht es hier aus, als würden wir eher erfolglos warten, fahren wir erstmal weiter zur Schleuse Niegripp. Dazu fahren wir an der Doppelschleuse vorbei. Dabei geht es zügig abwärts. Funktionstüchtige Bremsen sind hier ein Muss! 
Unten angekommen biegen wir nach links ab und fahren sofort rechts den kleinen Weg, links von der etwas größeren Schutzhütte, in das Wäldchen hinein. An der ersten Gabelung, wenn es aus dem kurzen Waldstück hinaus geht, müssen wir nach rechts, dann direkt nach links und an der Hauptstraße vorn wieder nach recht auf den schattig gelegenen Radweg, der uns direkt zur „Olaf“ führt. Von der „Olaf“ haben wir, während wir rasten, einen freien Blick auf den Elbe-Havel-Kanal und verpassen kein Schiff aus östlicher Richtung. 
Wir haben also wahrscheinlich Zeit uns die Schleuse Niegripp in Ruhe anzusehen. Hiefür müssen wir nur 100m der Hauptstraße weiter folgen. 

Wir fahren nun den gleichen Weg durch das Wäldchen zur Doppelschleuse zurück. An der Front der Doppelsparschleuse, die wir erreichen, wenn wir nach der Schutzhütte nicht wieder abbiegen , sondern diesmal geradeaus fahren, können wir eventuell sehen, wo ein Schiff einfährt und uns dann auf den Weg, rauf an die Oberkante der Schleusenkammern machen. Aber keine Hektik; eine Schleusung dauert gut 20min. Wir könne also ruhig auch schieben. 
Trotzdem wieder an der falschen Kammer? 
Lasst uns Geduld haben. Auch wenn es vielleicht ein ziemliches Auf und Ab bedeutet, so ist es das auf jeden Fall wert. 
Mit ganz viel Glück wird sogar eines der kleinen Ausflugsschiffe der Magdeburger weißen Flotte in Richtung Mittellandkanal (oben) geschleust. Dieses Glück hatte ich bei einer meiner Touren. Ich sah vom Rastplatz „Olaf“ aus, wie die „Stadt Magdeburg“ aus der Schleuse Niegripp kam und zur Doppelsparschleuse abbog. 
Nur sehr wenige Schiffe durchqueren noch das Schiffshebewerk, und die Schiffe der weißen Flotte gehören alle dazu. 
Also hurtig auf´s Rad geschwungen, die 2 Minuten durch den Wald, hoch zur Schleuse… 
Auf dem Weg sah ich schon, dass sie vor Anker lag, weil die Schleusenkammer besetzt war. Also rauf und ja, da waren 4 kleine Sportboote auf dem Weg nach unten, bevor die „Stadt Magdeburg“ dran war. Ich fuhr Vorraus und so sah ich dieses Schiff in der Doppelsparschleuse, dann auf der Trogbrücke und letztendlich im Schiffshebewerk. 
Lasst uns also weiter radeln. 
Zurück zur Trogbrücke geht es diesmal auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals. Auf asphaltiertem Wege sausen wir dahin und liefern uns kleine Wettrennen mit den vorbeifahrenden Schiffen und erreichen nach 3km die Trogbrücke. 
Am dortigen Infopoint können wir (von 1. Mai bis 30. September) eine Führung auf den Aussichtsturm buchen und von dort oben die einmalige Aussicht auf Elbe, Trogbrücke, Magdeburg und den Mittellandkanal genießen. 
Im Anschluss kann im Landhotel zu Mittag oder ein Eisbecher gegessen werden. 
Und dann befahren wir sie: die weltweit längste Trogbrücke. Das bietet genug Zeit zum Genießen, Staunen und Fotos machen. 
Weiter geht es immer weiter geradeaus, bis der Mittellandkanal nach 1,3km eine Einfahrt bildet. Die fahren wir nun auch hinein und schauen so direkt auf das Schiffshebewerk Rothensee. 
Wir schauen uns das Schiffshebewerk von hier oben an. Gern auch mit einer kleinen Pause auf der kleinen Bank die dort steht. Wir haben also ideale Voraussetzungen. 
Um mehr zu sehen, fahren wir den Weg, links vor der Bank zur Straße hinunter. 
Hier hätten wir auch wieder eine Gelegenheit etwas zu essen. Entweder im Restaurant „zum Anker“ oder am Grill davor. Eine Bratwurst und/oder ein kühles Bier gibt es dort nämlich direkt an der Straße. 
Am besten kann man die Hebung beobachten, wenn man nach rechts ein wenig die Straße hoch fährt. Also unter dem Schiffshebewerk durch und dann entweder bis auf Höhe des Schleusenturmes, oder zu dem eingelassenem Türchen, an dem eine Treppe runter geht. Hinter dem Türchen ist Betriebsgelände, aber wenn man vor dem Türchen steht,kann man von dort aus sehr gut sehen. 

Zurück geht es dann wieder den Weg hinauf zur Einfahrt des Schiffshebewerkes und Richtung Mittellandkanal. Wieder fahren wir zur Trogbrücke um diesmal direkt dahinter die Treppe zu nehmen oder 200m weiter die kleine Abfahrt und zurück Richtung Elbe. 
Diesmal nicht unter die Trogbrücke, sonder kurz davor links rein auf den Elberadweg. 
Warum geht es auf demselben Weg zurück, wie wir gekommen sind? Weil es einfach einer der schönsten Wege in der Gegend ist. Da sind das Zauberwäldchen, die Elbe, die niedlichen kleinen Brücken. Es ist relativ wenig los und der Boden ist einfach ausgesprochen fahrradfreundlich. 
Wir erreichen nach dem Weinberg also wieder den kleinen Unterstand und halten, um noch einmal die Aussicht zu genießen. Noch 2,2km bis zur Kreuzung mit den bunten Steinen. Nochmal den Plattenweg, der uns zur Kombüse bringt. Von dort noch 1,2km die Straße hinunter bis wir den Bahnhof erreichen und in die Bahn steigen; den Kopf voller Erlebnisse, Bilder und Gedanken. 

Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Schon Ende des 19. Jahrhundert entstand die Idee einer Ost-West-Verbindung. So wurde 1905 begonnen den Mittellandkanal zu bauen. Es folgte das Schiffshebewerk (Fertigstellung 1938) um einen Zugang von der Elbe zu haben.
Im 2. Weltkrieg dann der Baustopp. Und nach Kriegsende gab es erstmal kein Interesse mehr an einer Ost-West-Verbindung.


1992 wurde der Plan dann wieder aufgegriffen. Die Sparschleuse Rothensee (direkt beben dem Schiffshebewerk) wurde 2001 fertig. 2003 folgten die Trogbrücke und die Doppelsparschleuse Hohenwarthe.
Mit dieser Verbindung des Mittellandkanal und des Elbe-Havel-Kanal und den entsprechenden Anbindungen an die Elbe, spart man einen Umweg von 12km und damit 3,5 bis 4 Stunden Fahrt. Bei Niedrigwasser der Elbe wurde so eine Weiterfahrt überhaupt erst möglich.


Die Trogbrücke

Die Trogbrücke (Bauzeit 1998-2003), das Herzstück des Wasserstraßenkreuz Magdeburg, zieht Touristen aus aller Welt an. Ist sie doch mit insgesamt 918m die weltweit längste Trogbrücke. 224M verlaufen dabei über der Elbe. Bei einer Breite von 43m (davon nutzbar 32m) hat immer nur ein Schiff Platz. Schiffe die in westlicher Richtung unterwegs sind haben hierbei immer Vorfahrt. Schiffe aus östlicher Richtung müssen dann an einer der Anlegestellen warten.
Mit Luftblasen wird die Brücke im Winter eisfrei gehalten. Ebenso schützen Zwischenräume bei Temperaturwechseln davor, dass die Brücke sich verziehen kann.
Vor Erdbeben (aufgrund von Bergbau in Zielitz und Teutschental) schützt eine hydraulische Federung.
Weil Westwind mehr Wasser in die Brücke drücken kann, als sie verträgt gibt es auch ein Überlaufsysthem, ähnlich dem der heimischen Badewanne.
Die Auffangbecken kann man von der Brücke aus gut erkennen. Man kann aber 

auch eine der Treppen hinter, bzw. vor der Elbe absteigen und sie sich aus der Nähe anschauen. Dabei lässt sich auch gut der Schiffsrumpf-Form begutachten, die aber keinem Zweck dient, sonder einfach nur von ihrer Architektur auf den Verwendungszweck deuten soll.
Etwa 10 000 Schiffe überqueren pro Jahr diese Brücke.Neben Sport- und Ausflugsbooten besteht der Schiffsverkehr aus über der Hälfte Güterverkehr, was lange nicht der prognostizierten Auslastung entspricht.auch eine der Treppen hinter, bzw. vor der Elbe absteigen und sie sich aus der Nähe anschauen. Dabei lässt sich auch gut der Schiffsrumpf-Form begutachten, die aber keinem Zweck dient, sonder einfach nur von ihrer Architektur auf den Verwendungszweck deuten soll.
Etwa 10 000 Schiffe überqueren pro Jahr diese Brücke.Neben Sport- und Ausflugsbooten besteht der Schiffsverkehr aus über der Hälfte Güterverkehr, was lange nicht der prognostizierten Auslastung entspricht.

Die Doppelsparschleuse

Die Doppelsparschleuse (190m lang und 12,50m breit) bildet das Ende des Mittellandkanals.
Hier werden große und kleine Schiffe in den 18m tiefer gelegenen Elbe-Havel-Kanal geschleust, oder anders herum.
Besonders sind die Sparbecken in die das abzulassende Wasser gepumpt oder aus ihnen abgelassen wird. Das spart bei jeder Schleusung 60% Wasser.
Gebaut wurde von 1998-2003.
Schon 2006, also nur 3 Jahre nach Fertigstellung stand alles bei einem großen Hochwasser unter Wasser.

Die Schleuse Niegripp

Die Schleuse Niegripp (167m lang und 12,20m breit) ist eine der ältesten Schleuse in der Region (Bauzeit 1936-1938)
Sie stellte die wichtigste Verbindung zwischen Elbe und Elbe-Havel-Kanal dar.
Seit der Eröffnung der Trogbrücke und der Doppelsparschleuse Hohenwarthe verlor sie an Bedeutung und wird fast nur noch für kleinere Sportboote und die „Weiße Flotte Magdeburg“ genutzt. 


Schiffshebewerk und Sparschleuse Rothensee

Das Schiffshebewerk und die Sparschleuse Rothensee bilden die Verbindung zwischen Elbe und Mittellandkanal.
2006 stillgelegt, feierte das Schiffshebewerk 2013 sein Comeback.
Im Schiffshebewerk werden Schiffe je nach Pegelstand der Elbe 10-18,50m gehoben, bzw. gesenkt. Dazu fahren Schiffe in die Trogwanne und werden dann komplett mit der Wanne hoch oder runter bewegt. Der gesamte Prozess vom Einfahren bis zum Ausfahren dauert etwa 20min. Insgesamt werden, energiesparend, mittels Gewichten 5400t bewegt. Die Kraft von 4 Kleinwagen ist so ausreichend.
Die maximal zugelassene Schiffsgröße beträgt 1000 t, so dass hier hauptsächlich die weiße Flotte und viele Sportboote einfahren, für die die nebenliegende Sparschleuse gefährliche Wirbel bereithält.
Die Sparschleuse ist erst 2001 entstanden und ermöglicht großen Schiffen den Zugang zum Mittellandkanal.


Rast und Sehenswertes

Kombüse


 Öffnungszeiten 
 
Donnerstag und Freitag
9:00 bis 16:00 Uhr
 
Samstag und Sonntag
11:00 bis 18:00 Uhr


Hier sitzt man gern draußen unter den schattenspendenden Bäumen und genießt den offenen Blick auf das rege Treiben im gegenüberliegenden Reitstall. 

Landhotel


April bis September

Dienstag bis Sonntag

11:00 - 22:00 Uhr

Montag: Ruhetag

Kaffee und/oder Eis mit direktem Blick auf die Trogbrücke.

Führungen


Schiffshebewerk und Turm an der Trogbrücke
0160/2607851 oder 0391/255060 (Voranmeldung nötig)
An der Infotafel am Parkplatz geht es dann für 5 Euro pro Person 1,5 Stunden auf Besichtigungstour. 

Anfahrt

Züge von Magdeburg nach Gerwisch 
jede volle Stunde + 31 Minuten 
Samstag, Sonntag und Feiertag nur die … Stunden