Die Mehrheit deiner Pro-
bleme betreffen wahrscheinlich deinen Popo
Die Popo-Creme
Über Regenjacken wird viel diskutiert. Über Popocreme deutlich weniger.
Dabei kann sie auf längeren Touren mindestens genauso wichtig sein.
Wer mehrere Tage hintereinander im Sattel sitzt, merkt irgendwann recht
schnell, dass der beste Sattel und die beste Radhose nicht alles sind.
Manchmal braucht der Hintern einfach ein wenig Unterstützung.
Die perfekte Creme habe ich für mich allerdings noch nicht gefunden.
Deshalb wird bei mir munter getestet, verglichen und gewechselt. Mal
kommt einfaches Melkfett mit Ringelblume zum Einsatz, mal ein Gel zur
Verringerung von Reibung und manchmal auch eine der deutlich teureren
speziellen Popocremes für Radfahrer.
Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Die eine pflegt besser, die andere
reduziert Reibung effektiver und wieder eine andere fühlt sich zunächst
vielversprechend an, verschwindet aber nach einigen Stunden irgendwo
zwischen Sattel und Radlerhose.
So ist über die Zeit eine kleine Sammlung entstanden, die je nach Tour
und Bedarf zum Einsatz kommt. Vielleicht finde ich irgendwann noch die
eine Creme, die alles perfekt vereint. Bis dahin gilt: Was funktioniert,
darf bleiben. Und was nicht funktioniert, wird gnadenlos aus dem
Kulturbeutel verbannt.
Die folgenden Erfahrungen sind deshalb keine wissenschaftlichen Tests,
sondern ehrliche Eindrücke aus vielen Stunden im Sattel – dort, wo
letztlich entschieden wird, ob eine Creme ihren Job macht oder eben
nicht.
Die Radl-Hose
Wie auch bei der Regenkleidung habe ich hier äußerst naiv begonnen und am völlig falschen Ende gespart. Das geht schon damit los, die Radlhose vor dem passenden Sattel zu kaufen.
Du kannst mit einer vernünftigen Radhose einen guten Sattel verbessern....aus einem schlechten Sattel machst du aber keinen Guten.
Okay, es sollte also ein Polster her. Kosten sollte es quasi nichts.
Am günstigsten waren somit Radunterhosen bei Amazon.
17 Euro, keine ernsthaft schlechten Bewertungen.
Bis 30-40km ging es gut...ich hatte ja keine Vergleiche.
Auf einer gut 60km-Tour hab ich unsanft die ungümstig gelegenen Nähte zu spüren bekommen. Die Oberschenkelinnenseiten waren tagelang schmerzhaft wund und es waren zukünftig noch Kurzstrecken im einstelligen Bereich möglich.
Ich hab die entsogt.
Und zwar, nachdem ich mir eine Billig-Radhose bei Amazon gekauft habe. Kurz, Träger, mit passendem Trikot...keine 45 Euro.
Ich sag mal so, die war nicht so schlecht, wie die Unterhose...ich habe mich nicht aktiv daran verletzt. Aber ich hätte genausogut wahrscheinlich auch ohne Radhose fahren können.
Kurz vor dem Nordkapstart bekam ich dann Werbung von Sirokko reingespült. Sah toll aus, mit entsprechendem Rabatt um 100 Euro. DAS musste doch jetzt DIE Radhose sein. Das Polster wirkte sehr viel stabiler, trotzdem weich. Die Hose saß etwas eng, aber okay. Mein Po fühlte sich wohl. Mein Intimbereich allerdings nicht. Ich rieb mich ab 60-70km grundsötzlich wund. Inzwischen hatte ich einen neuen Sattel. Bequem und größenmäßig passend. Diverse Einstellungen und Cremes halfen nichts.
Nun hatte ich 2 Hosen (inzwischen jede in doppelter Ausführung), wovon eine gut polsterte aber wundrieb und eine nicht so schnell wundrieb, dafür aber ein schwaches Polster hatte.
Ich lernte was über Scherkräfte und dass die Amazon-Hose in dem Bezug da die Nase vorn hatte und deshalb weniger rieb.
Ich wusste nun wo ich ansetzen musste und hab mir vor 2 Tagen eine Radlhose bestellt. Eine mit guten Empfehlungen statt cleverer Werbung, mit ausgeklügeltem Polster in allen Bereichen.
Kommt morgen an und darf, wenn sie nicht direkt arg enttäuscht, als Zweithose mit zum Nordkap.
Wenn sie den "20 Tage je 115km-Test" besteht werde ich sie euch empfehlen.
Dein Sattel muss passen...wie dein Schuh
Teurere Fahrräder werden ohne Pedale verkauft...aber mit Sattel.
Warum ich das inzwischen für unsinnig halte...dazu erzählich euch später mehr.